Kirchenlamitz- Vor über 20 Jahren haben die billigen Granitimporte aus China und Indien die meisten Steinbruchbetreiber im Fichtelgebirge zum Aufgeben gezwungen. Seit zwei Jahren ist wieder eine steigende Nachfrage nach heimischen Graniten zu bemerken.
"Diese Nachfrage", sagt Marketingleiter Oliver Fröba von der Firma Naturstein Vetter in Eltmann, "hat uns dazu bewogen, den grau-gelb gesprenkelten Epprechtsteingranit in unser Programm aufzunehmen." Auf der Bau-Messe im Januar dieses Jahres in München sei der Stein erstmals vorgestellt worden und bei Architekten und Bauherren auf großes Interesse gestoßen. Bei der Sanierung der Steinernen Brücke in Regensburg stehe der Stein in der engeren Auswahl, und die Firma Rehau werde in ihrem neuen Gebäude 3000 Quadratmeter Epprechtsteingranit als Bodenbelag verarbeiten lassen. "Unser Granit ist in der Anschaffung sicher nicht der Billigste, aber langfristig die bessere Alternative", sagt Fröba. Importgranite müssten zum Teil jetzt schon nach 15 bis 20 Jahren ausgewechselt werden, weil sie der chemischen Zusammensetzung der Luft in den Städten nicht widerstehen und ausblühen oder rosten. Epprechtsteingranit als Bodenbelag oder Fassade überstehe ohne Probleme 60 Jahre und mehr.
Als Beispiele, bei denen Epprechtsteingranit verarbeit wurde, führt Alexander Faßlrinner, der Leiter des Liefergeschäfts der Firma Naturstein Vetter, die City-Gallery in Hamburg, das Tiergartendreieck in Berlin, den Südwestpark in Regensburg, das Sankt-Josef-Klinikum Schweinfurt, das Reichstagsgebäude, die Staatsbibliothek und die Nationalgalerie in Berlin, das Hauptpostamt Köln, das Schloss Nymphenburg, die Hypo-Passage und den Tierpark Hellabrunn in München auf.
Einen sechsstelligen Betrag hat die Firma Vetter in die Reaktivierung des Steinbruchs "Schlossbrunnen" am Fuße des Epprechtsteins investiert. Seit Mai werden die sogenannten Oberlagen, das sind die ersten zwei bis drei Granitlagen entfernt, um an die Werksteinbank zu kommen. Während die Oberlagen zum Straßenbau verwendet werden, wird die Werksteinbank nach ihrer Freilegung in Blöcken von rund 2,70 mal 1,30 mal 1,70 Metern abgebaut und zu Boden- oder Fassadenplatten verarbeitet.
Am Anfang, berichtet Oliver Fröba, habe wegen der Sprengungen Beschwerden der Bevölkerung gegeben. Diese Probleme seien jedoch behoben worden. "Wir haben einen Wall errichtet, der den Schall der Sprengungen nach oben richtet und feste Sprengzeiten eingeführt.
Ein Frankenpost-Artikel über die Regelung der Sprengarbeiten am
Epprechtstein
(
Der mittelkörnige gelb-graue Biotit-Muscowit-Granit aus der geologischen Formation Oberkarbon stammt aus dem Landkreis Wunsiedel in Bayern. Im Ste...
)
veranlasste die Hörfunkabteilung des Bayerischen Rundfunks in München, ihren Reporter Christian Riedl zum Steinbruch zu schicken.
Quelle: Frankenpost
http://www.frankenpost.de/lokal/fichtelgebirge/wunsiedel/art2460,1752980